Paris – Berlin – Paris – Berlin – Paris – Berlin – Paris – Berlin

So, endlich mal wieder Zeit zum Schreiben. Ein guter Abend war das am Samstag. Schön ausgegangen mit meinen lieben Freunden in Paris: Bei Pigalle ein paar Bierchen im „La Fourmi“ (die Ameise) gekippt, mit Karim (hier im Zuender) dann schön hinten auf dem Motorroller nach Hause gedüst, durch die mild-duftende Nacht von Paris. Die Nächte an den Wochenenden mag ich in Paris sowieso am liebsten. Die Menschen sind dann meistens in prächtiger Laune, die Quartiers pulsieren mit Nachtschwärmern, schönen Frauen, guter Atmosphäre, traubenhimmelsfruchtigemrotweinausderprovence. Da wird dann schon auch mal spontan der eine oder andere Chanson angestimmt, und alle kennen die Texte und die Melancholie und den Charme, den er austrahlt.

Zuhause dann noch einen „Get Well Soon“-Artikel aus der hippen Szene-Zeitschrift „Les Inrockuptibles“ rausgeschnibbelt, (Danke noch mal Francois, ein wirklich gelungenes Geschenk), Konstantin und die Band hatten ein paar Wochen zuvor im Fleche d’Or („Goldpfeil“) gespielt, es war schön auch den Maxxxi und den Paul mal wieder zu sehen (auch wenn meine Freunde während des Konzerts gequatscht haben und der Sound nicht der beste war, ich bin immer noch grämlich).

Dann auf You Tube Videos mit Gerhard Schröder in der legendären Elefantenrunde angesehen („Das war suboptimal“), nachdem ich bei Schimmeck einen Artikel über Schröders letztes Comeback gelesen hatte.

 

Danach zur Kalkowe-Parodie davon gesurft (sehr schön!), weiter irr-gelichtet zu irgendwelchen Reden von Kohl, Geissler, Hitler, Ahmadinedschad bis zu den brennenden Twin-Towers. Random-Horror-Telly mit You Tube um 4:44 Uhr.

Zum Abschluss noch bei einer ägyptischen Marlboro auf dem Balkon, irgendwo unterhalb von Belleville neben dem Canal St. Martin, überhalb vom Place de la Republique einen Jägermeister verbraten. Das Leben war schön. Der Kater am nächsten Morgen dick.

Die Schreiberei ist für mich Luxus und die letzten Wochen waren tough: Ich war seit gut einem halben Jahr auf Jobsuche in Deutschland. In zwei Monaten war ich dreimal in Berlin: per Flugzeug und mit dem Nachtzug. Das lief dann so ab:

Arbeiten – Nachtzug – Berlin – Vorstellungsgespräch – Ausgehen mit den Freunden (Danke Marc, Vanessa und Gerd) – Nachtzug – und direkt wieder zur Arbeit.

Zwischendurch kamen noch Alice und Kersten auf Besuch, danach waren wir auf einer Taufe vom Sohn der Jugendfreundin meiner Liebsten, davor noch ein Wochenende in der Bretagne und dann ein paar Tage in der Provence.

Ich bin also gelinde gesagt ziemlich im Eimer und erstmal froh, seit langer Zeit mal wieder ein ruhiges Wochenende zuhause verbracht zu haben.

Ich werde Paris vermissen. Auf diesem Blog kam diese Stadt nicht immer gut weg, denn es ist bei allem Kultur-Geschichts-Schickeria-Schnick-Schnack eine kalte Stadt. Aber das ist ja nicht alles.
Was wirklich zählt, sind ja immer die Menschen, die man trifft (und ich weiß wovon ich rede: Ich habe 19 Jahre Möhringen, ein Jahr Freiburg, drei Jahre Bayreuth, ein Jahr Coventry und zwei Jahre Mannheim nur durch nette Menschen überlebt), und die werden mir fehlen.

Man braucht hier viel Zeit für alles, auch für öden Socialising-Kram. Wir haben ersma die Schnauze voll (auch von unseren Jobs) und ziehen im Herbst nach Berlin.

Wein?(Wie mann’s kennt: Paris macht schön (-e Zähne))

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5 Thoughts.

  1. Ach, der Gerdl! Eigentlich war er da überaus sympathisch, denn einmal im Jahr hat doch ein jeder von uns so einen alkoholgenährten Aussetzer (ich erinnere mich da an eine Wand in Bayreuth). Den gutsten Schrödi hats halt ausgerechnet an diesem verflixten Wahlabend erwischt… Und es war gar nicht sein Fehler- nein, er musste saufen,denn die Blödheit Westerwelles ist nun mal ohne Alkohol wirklich nicht zu ertragen! Wobei er dabei nicht ganz der einzige war: Schröders Kumpel, der Stoibi, saß da bestimmt auch schon mit zwei, drei Weizen im Kopf, die er sich vorher gemeinsam mit dem Waldi in Tante Käthes Eckkneipe gegönnt hatte..

  2. Unbedingt die Kalkowe-Parodie anschauen (Link oben unter dem Video)!
    Ich erinnere mich an eine Wand in Bayreuth, ein morsches Treppengeländer, den Basti auf dem Rücken, eine eiskalte Brezel…
    Das Badnerlied vor dem Herzogenkeller zur frühen Morgenstund im Frankenland.

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