Get Well Soon: Glückstränen eines Gästelistenbackstagerestebierwegtrinkers

Get Well Soon liveGroßartiges Konzert von Get Well Soon gestern im Astra in Berlin. Ordentlich abgeliefert. Man merkt, dass da wirklich noch mal was gewachsen ist. GWS war live schon immer gut. Gestern hat das vor ausverkaufter Bude aber wirklich alles gepasst (auch wenn der Sound nicht ganz perfekt war): Das war einer der stärksten Auftritte, die ich bislang von der Band gesehen habe und ein absolutes Konzerthighlight 2012. Konstantin Gropper und Co bewegen sich jetzt noch am Anfang Ihrer Tour zum neuen Album „The Scarlet Beast O’ Seven Heads“ und spielen die neuen, größtenteils wunderbaren Songs schon jetzt mit einer Präzision, Kraft und Energie, die mich alten Gästelistenbackstagerestebierwegtrinker dann doch noch schier die eine oder andere Glücksträne hat kosten lassen. Klar war da auch was Alkohol dabei und auch eine Prise Nostalgie, aber hey – man sieht Konsti und Co. ja auch nicht alle Tage, das muss man dann auch mal entsprechend feiern. Kauft euch die Platte! Schaut euch das live an! Das muss man unterstützen!

Vorband war übrigens Tu Fawning, die auch ein sehr solides und mitunter hochinteressantes Set hingelegt haben. Experimentell, mit Verstand und Können präsentieren die Künstler aus Portland, Oregon mit Ihrem zweiten Album „A Monument“ eine Indie-Pop-Platte, die endlich mal wieder was Besonderes ist. Ich schreibe das jetzt so, weil ich vor zwei Wochen auf dem Berlin Festival abgesehen von Crocodiles und Sizarr tatsächlich nicht eine interessante Band gesehen habe (Ich war nur am Samstag da). Ich hatte die Portland-Crew Tu Fawning im Vorfeld auch schon in folgender Form als Hipster-Band voreilig abgetan: Frauen mit schicken Frisuren und Männer mit Mützen machen Künstlermusik. Weit gefehlt. Die sehen nicht nur gut aus sondern sind eine klasse Band und darüber hinaus auch noch sehr nett. Wieder so ein City Slang-Coup, der sitzt. Man muss sich die Bands, die sich neben Get Well Soon inzwischen unter dem Glitzermäntelchen von Labelchef Christof Ellinghaus tummeln, echt mal bei einer Flasche Port o‘ Brien zu Gemüte führen: Arcade Fire, Calexico, Caribou, Hermann Dune, Lambchop, The Notwist, tindersticks und so weiter und so on. 1A Werkstatt.

The Scarlet Beast O’ Seven Head ist jedenfalls Konstantins drittes Album, und ich fahre derzeit selig-dösig im Bus durch Kreuzberg und Schöneberg zur Fabrik und höre mir die Platte dann an und überlege mir Sachen wie: Wie wunderbar, dass er bei „Roland, I Feel You“ das „R“ von Roland auf deutsch rollt und den Vornamen eben nicht englisch ausspricht (und wie wunderbar, dass Buddy Marc genau den gleichen Gedanken hatte). Oder wie reif Konstantins Stimme klingt beim ersten Song „Prologue“. Und wie sehr man bei diesem Stück und anderen den werdenden Vater raushört und das Glück und die Vorfreude, die da mitschwingt. Da schwinge ich als werdender Vater dann auch mit und bin glücklich, dass meine Freunde so geniale Musik machen und so Hammerkonzerte spielen. Voilà. Alles Gute für die weitere Tour. Gloria!

 

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