Elternzeit, Baby! (Tag 20)

Im ICE dampfen wir smoothly Richtung Mum & Dad’s. Ich trage Maxime durch den ganzen Zug, um ihn im Baby-gerechten WC am anderen Ende frisch zu satteln. Auf dem Weg dorthin sehe ich Deutschland kurz vor dem Wochenende: müde, gleichgültig, gelangweilt, schlecht gelaunt. Einige Leute lächeln Maxime zu, der Rest will nur Ruhe. Hätte man die gleiche Anzahl an Holländern in den Zug gepackt, hätten die längst schon ein Fass aufgemacht und den nächsten gemeinsamen Urlaub geplant. Und das abteilübergreifend.
Was auch anstrengend gewesen wäre – aber halt weniger blutleer-bräsig, if you get my drift.

Die winterliche Luft bei meinen Eltern ist wie zum Trinken. Waldig, bergig, donauig. Maxime schläft stundenlang auf Spaziergängen, erschöpft von der Reise und der neuen Umgebung. Zeitlose Siestas unter rauschenden Baumwipfeln.

Abends Gespräche mit Mama und Papa über meine Kindheit. Die frühsten Erinnerungen: Susie und ich sehen Mama zu, wie sie Teresa wickelt. Teresa und ich spielen auf dem Teppich im Wohnzimmer und in der Küche der alten Wohnung. Ein Mädchen aus meiner Kindergartengruppe weint bitterlich, es ist ihr erster Tag. Auf dem Weg zum Kindergarten stolpere ich, ein  steiler Weg bergab, das Kinn platzt auf.

Foto-Maxime

 

 

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