Bonsoir, Anchorman!

Ein langes Wochenende in Paris – mal wieder so intensiv, dass ich mich jetzt halbrank durch den Berliner Regen schleppe. Die Stimmung der Bürger der Grande Nation ist derzeit ebenfalls nicht die Beste. Tage lang hat es in Paris durchgängig Bindfäden geregnet, der graue Himmel hängt tief über den Hochhäusern der Cité. „Die Stimmung ist total scheiße „, sagt Nicola der Musiker. Wir übernachten bei ihm und Julie, sie wohnen mit ihrem Kind in Ivry neben der Peripherique. „Millionen von Menschen haben wochenlang auf der Straße demonstriert, sie haben genug von Sarkozy. Und es hat nichts genützt. Die Leute haben jetzt einfach keinen Bock mehr.“

Am Montagabend wird das neue Kabinett auf France 2 präsentiert. Alles wirkt sehr hektisch, die Studiodiskussion, der Anchorman, die Studiogäste. Zwischendurch wird seltsamerweise ein Interview mit Bruce Willis im selben Studio geschaltet. Der Moderator interviewt ihn auf französisch und Bruce tut so, als würde er alles verstehen und antwortet auf englisch. Nebenbei sagt er, dass der Krieg im Irak richtig und wichtig war (got rid of Sadam, that sonofabitch!) und dass er Obama total scheiße findet.

Dann geht’s zum nächsten Thema: Ein Hochhaus in Dijon ist in der vorigen Nacht komplett abgebrannt, im Feuer kamen vor allem Menschen mit Migrationshintergrund um. Der ganze Sarkozy-Bruce-Verbrannte-Menschen-Mix verstärkt den leicht apokalyptischen Gesamteindruck dieses Wochenendes. November eben.  Gilt auch für Paris.

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