Apokalypse verschoben mit Masha Qrella

Masha QrellaMein Cousin Ben hat das via Facebook heute morgen genau auf den Punkt gebracht: Jetzt noch zwei Tage arbeiten und dann ist entweder Weihnachten oder die Welt geht unter. Und das sei gut so, ein Abschluss müsse her. Hätte ich direkt unterschrieben, wäre ich nicht mit Catherine und Simon am Dienstagabend ins Ritter Butzke in Kreuzberg stolziert. Da spielte Masha Qrella. Befund: Nach diesem Konzert wäre es doch besser, wenn die Mayas dieses Mal falsch lägen. Denn sollte Qrella nächstes Jahr wider Maya-Erwartung erneut in Berlin spielen, und nicht mit uns armen Seelen per Neo-Urknall ins Nirvana katapultiert werden – dann wäre ich gern wieder mit dabei.

Wieso? Nun, ich gehöre ja zu den Menschen, die sich im November und Dezember eher schwer tun – die Gründe und Befindlichkeiten muss man an dieser Stelle nicht in qualvollen Details ausbreiten. Und jeder, der das kennt, hat ja seine (gern mitunter munter wechselnden) Strategien mit Kram umzugehen. Eine wirklich gute Sache ist hier auf jeden Fall immer ein bisschen Rock & Roll zum dunklen Abend. Und da kam Masha Qrella gerade richtig.

Masha ist eine Berliner Songwriterin und singt mit schöner Stimme Songs, die sie mit dicken Gitarrenriffs und fetten Basslines unterlegt. Ihre Alben schreibt und spielt sie komplett selbst ein, erst im Mai veröffentlichte sie ihr viertes Studioalbum „Analogies“. Live wird sie unterstützt von zwei Jungs, die dann gekonnt und mit Hingabe orgeln und schlagzeugern. Alle drei verstanden sich am Dienstag prächtig auf der Butzke-Bühne und übertrugen das auf uns Publikum. Die Freude darüber, abends mal wieder mit Freunden in Berlin zu spielen, bestrahlte den ganzen Raum mit Wärme.

Es war sehr cool anzusehen, wie Masha mal Gitarre, mal Bass spielt und wie sie mit den Instrumenten umgeht und dazu singt. Sie arbeitet auch gern mit übersteuerten Feedbacks, die inmitten der lieblich-klingendsten Songs mal eben einen Abgrund aufreißen. Denn Masha Qrella ist keine Indie-Feel-Good-Tante, nope: Sie bringt den Widerspruch, das Sich-Aufreiben, die Auflehnung auf die Bühne. Kante eben. Das ist dann auch mal November und Dezember. Und das machte den Abend so gut. Indierock mit edge, post rock, electro, ein wenig Ironie, einer Menge Gelassenheit und viel Freude. This is Water. Na dann. Geh unter, Welt.

Who’s that girl?
http://www.morrmusic.com/artist/Masha%20Qrella

Keep in touch?
https://www.facebook.com/mashaqrella?fref=ts

Where’s that hit?

Auch schön: Das sexy Kreuzberger Trio Normal Love glühte vor:

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