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Nach dem Besuch bei der Liebsten

Es ist ein warmer, sonniger Tag. Ich steige die Treppen des Krankenhauses hinab, gehe auf dem kleinen Fußweg vorbei an den Rettungshelfern, sie rauchen im Schatten ihrer Fahrzeuge. Zum Tor hinaus, über die heiße Strasse in den Friedhof, der dem Krankenhaus gegenüber liegt. Ein Bestattungsunternehmen wirbt gut sichtbar an der Mauer für seine Dienste. Der Friedhof liegt am Hang, eine willkommene Abkürzung.

Alte, große Bäume spenden kühlen Schatten: Eichen, Kastanien und Buchen in letzter Blüte überspannen die Gräber, das Gras ist mittelhoch, es duftet, lebt. Ich gehe langsam den Weg hinab. Familien, ältere Menschen sitzen auf den Bänken wie in einem schönen Garten.

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Facebook: Ich pump’ dir Scheiße in den Garten

Ich habe mich damals bei Facebook angemeldet, weil ich die frohen Botschaften dieses Blogs in der world of social community verbreiten wollte. Durch Facebook wurde dieser Blog dann allerdings überflüssig, denn es war viel einfacher ein paar witzige Statements und interessante Links ohne ausführlichen Kommentar zu posten. Die ursprüngliche Idee von Kennedy Calling – das Schreiben – ging dadurch flöten. Es passiert somit nur noch selten etwas auf der Seite.

Das ist nicht weiter schlimm, höchstens ein wenig schade. Der Blog diente mir Paris als Tagebuch, als Referenz für Bewerbungen und zeitweise auch als Ausdruck meiner journalistischen Ambitionen. Nicht nur Facebook,  auch Berlin hat mein Verhältnis zum Schreiben inzwischen verändert, denn hier schreiben ja alle über Berlin. Der Status als ausländischer Bobachter machte das Schreiben über Paris so spannend und damit auch - für mich - relevant.

Facebook ist ein Medium mit dem man Informationen verbreiten kann, es eignet sich weniger als Fabrik für eigene Produktionen. Eher als Schaukasten der eigenen Eitelkeiten. Dieses Feilen am digitalen „Ich“ kann ziemlich anstrengend sein,  noch anstrengender ist das ständige Überprüfen dieses Avatars und seiner Wirkung auf die Gemeinschaft. Anstrengend sind auch das ständige ironische Zitieren und die Informationsflut, von der man überschwemmt, aus der man nur selten etwas Nützliches herausfischen kann.

Außerdem sind ja alle da. Menschen, die man sonst nur in separaten Lebensbereichen – sowohl räumlich als auch zeitlich – antraf, sind durch Facebook zumindest digital dauerpräsent - wenn man es will. Dabei haben separate Lebensbereiche ja ihren Sinn. Manchmal ist es besser, wenn man Menschen nie wieder sieht oder sie einfach vergisst. Natürlich kann es schön sein, wichtige Menschen wieder zu finden oder den Kontakt zu ihnen zu vereinfachen. Aber mal ehrlich - das sind eher Ausnahmen. Man muss sich nicht gegenseitig heuchlerisch die Freundschaft anbiedern. Verlorene Kontakte haben meistens einen guten Grund.

Eigentlich geht es doch nur darum, wer jetzt gerade wie aussieht und wer lustige / interessante / relevante Dinge senden kann. Ein Jahrmarkt der Eitelkeiten. Jeder endlich ein Star, das Management liegt in der eigenen Hand. Jedenfalls - und um mal wieder über Befindlichkeiten zu sprechen – fühlt es sich gut an, nicht mehr dabei zu sein. Das ist wie mit Zigaretten: Es macht Spaß sie zu rauchen, der tägliche Konsum nimmt dann aber sehr schnell einen zu wichtigen Platz im Leben ein. Zugegebenermaßen eine sehr subjektive Sicht der Dinge. Aber wer mit leidigen Abhängigkeiten Erfahrungen gemacht hat, der weiß, was ich meine.

So klang meine Frustration über Facebook übrigens noch vor einigen Wochen:

Auf Facebook lässt man sich ja täglich mit Informationen bombardieren. Wie die dicke Berta dröhnt das Netzwerk Message-Granaten und Nonsense-Splitter in endlosen Wellen in das nur noch zu 5% ausgelastete Hirn, das abgekämpft an der Mattscheibe klebt. Dann bläst man zur Konter-Attacke mit dem eigenem fein-ziseliertem Gewäsch samt biss’ger Ironie und stumpfen Sarkasmus, bis man merkt:

Das ist also White Noise:

1000 Stimmen pumpen einander in kopierter Definition von Lässigkeit Scheiße in den Garten. 
Facebook: Die Schablone, die man mit heißer Luft füllt, um diese dann den anderen um die Ohren zu furzen. Weißer Lärm - alle stehen jederzeit mit dem Megaphon auf einem Podest und blöken sich gegenseitig an. Und die Leute, die nicht gerade ins Gesichtsbuch schmieren, haben keine Zeit. Sie arbeiten auf Deadline.

Die Wut enstammte dem Nikotinentzug. Im Grunde hatte sie ihre Berechtigung.

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An einem stillen Tag 1991

1991 an einem stillen Tag war klar,
dass es nichts mehr zu sagen gab.

Der Wert der vielen Worte
die Flut auf leere Orte

und die black magic guitar
macht das Nichts im grossen Stil wahr.

Und wie verdammt lange ist das denn schon wieder her

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